Gibt es DIE richtige Ernährung?

Die Meinung darüber, was gesunde Ernährung ist, gehen weit aus einander. Es gibt viele Theorien, die sich oft sogar widersprechen, z.B. was Rohkost, Milchprodukte und Veganismus betrifft.
In der Chinesischen Medizin gibt es keine allgemein gültigen Richtlinien für gesunde Ernährung. Die Empfehlungen hängen zum Beispiel vom Alter und dem Allgemeinzustand einer Person ab oder von der Jahreszeit. Die Nahrungsvorschläge, die Sie von mir erhalten, sind sehr individuell auf Sie persönlich abgestimmt. In der Regel gilt: Im Sommer können mehr kühlende Nahrungsmittel, wie z.B. Salate, Tomaten, Gurken und Südfrüchte, gegessen werden als im Winter. Im Winter dagegen sollte die Nahrung energetisch warm sein – was  u.a. durch bestimmte Gewürze wie Pfeffer, Curry und Muskat erreicht wird – und zudem sollten häufiger warme Speisen gegessen werden.

Im späteren Lebensalter, wenn das yin und das yang physiologisch abnehmen und der Verdauungstrakt schwächer wird, ist die richtige Ernährung noch wichtiger. Das Essen sollte bekömmlicher werden, damit die verwertbaren und wertvollen Bestandteile der Nahrung gut aufgenommen werden können.

Das Yin – der beruhigende, kühlende und befeuchtende Aspekt im Körper – nimmt im Alter ab. Das kann zu Symptomen wie Nachtschweiß, Trockenheit von Haut und Haar und trockenen Schleimhäuten führen. Hier sollte die Nahrung mehr „suppiges“ enthalten, damit trotz oftmals abnehmendem Durst genügend Flüssigkeit aufgenommen wird.
Außerdem rate ich dazu, verstärkt Nahrungsmittel zu essen, die kühlend, durstlöschend und Säfte aufbauend sind, wie z.B. gedünsteter Spinat, Sellerie oder Salatgurke und gedünstete Birnen. Diese Mahlzeiten sind leicht verdaulich und sollten vorwiegend abends gegessen werden. Sie stärken das yin und fördern somit den ruhigen Schlaf.

Auch das Yang nimmt im Alter physiologisch ab. Yang steht für Aktivität, Wärme und Dynamik. Nahrungsmittel und Zubereitungsarten, die diesen Aspekt stärken, sollten Sie vorzugsweise morgens und mittags zu sich nehmen, während der Yang-Phase des Tages.
Dazu gehören lang gekochte Fleischsuppen oder für Menschen, die sich vegetarisch ernähren, Eintöpfe mit „yangigen“, d.h. wärmenden Kräutern wie z.B. Rosmarin, Ingwer und Thymian. Die Zutaten sollten eine neutrale oder warme Energetik haben, wie z.B. Fenchel, Kürbis und Süßkartoffeln.
Die Verdauung kannit verschiedenen Zutaten unterstützt werden:

Kohlenhydrate werden besser verdaut, wenn sie zusammen mit milchsauer vergorenem Gemüse gegessen oder zusammen mit fermentierten Getränken, wie grünem Tee, genossen werden.

Eiweiße lassen sich besser verdauen, wenn sie z.B. zusammen mit frischem Ingwer oder vollreifem frischen Obst verzehrt werden.

Fette werden bekömmlicher mit Bitterstoffen, wie sie in bitteren Blattsalaten, Senf oder Essig sowie schwarzem oder grünem Tee vorkommen.

Diätetik hat in der chinesischen Medizin eine große Bedeutung. Ich erkundige mich bei jedem Erstgespräch nach Ihren Essgewohnheiten und gebe Ihnen Anregungen, wie Sie sie verbessern könnten, damit sich Ihre Beschwerden lindern.

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